Archiv der Kategorie: Kiez

Das Idyll bleibt erhalten

Aus dem Neuen St. Thomasfriedhof wird eine naturnahe Grünfläche

Langsam nehmen die Planungen für die Umgestaltung des Neuen St. Thomasfriedhofs an der Hermannstraße Gestalt an. Beim letzten Rundgang über das Gelände am 14. und der Vorstellung der Planungen und des Zeitablaufes am 17. November erläuterten Vertreter der Stadtentwicklungsgesellschaft »L.I.S.T. GmbH« das Ergebnis des Beteiligungsverfahrens, mit dessen Durchführung sie betraut waren.

Thomasfriedhof
Ortstermin auf dem Friedhof.                                                                                                                                              Foto: mr

Seit der Schließung hat sich hier ein idyllischer Ort entwickelt, und das soll nach dem Willen aller Beteiligten auch so bleiben. Rigorose Eingriffe sind daher nicht geplant. Das Idyll bleibt erhalten weiterlesen

Flüchtlinge statt Klamotten

Notunterkunft im ehemaligen C&A–Gebäude geplant

Das Bezirksamt Neukölln prüft in Absprache mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales und der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) die Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen C&A-Gebäude an der Karl-Marx-Straße 95.

C&A Kopie
C&A-Gebäude – die Alternative des Bezirks zuTurnhallen.                                                                          Foto: mr

Das Objekt verfügt über eine Gesamtfläche von 9.200 Quadrat-metern über fünf Etagen. Eine erste Begehung mit der bezirklichen Bauaufsicht, der Feuerwehr, der Berliner Unterbringungsleitstelle für Flüchtlinge und dem neuen Eigentümer fand inzwischen statt. Es muss nun geprüft werden, wie viele Menschen am Standort unter-gebracht werden können, welche Brandschutz- und Haustechnik-anforderungen einzuhalten sind und wie die sanitären Anlagen erweitert werden können.
Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey dazu: »Seit Mitte Oktober 2015 gibt es einen neuen Eigentümer des ehemaligen C&A-Gebäudes, mit dem das Bezirksamt in engem Kontakt zur Entwicklung der Immobilie steht. Ich bin sehr dankbar, dass der Eigentümer mir in der letzten Woche seine Bereitschaft erklärt hat, den Bezirk bei der Suche nach Alternativen zur Flüchtlingsunter-bringung in Turnhallen zu unterstützen. Ich hoffe, dass es zu einer baldigen Einigung mit dem Land Berlin kommt, damit wir vorerst nicht auf weitere Hallen für den Schul- und Vereinssport zurück-greifen müssen.«

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Kein Kavaliersdelikt

Nein zu Gewalt an Frauen

Für viele Frauen und ihre Kinder sind die eigenen vier Wände kein Ort der Geborgenheit und Sicherheit, sondern der Ort, an dem sie Demütigung und lebensgefährliche Bedrohung erleben.
Der internationale Aktionstag »Nein zu Gewalt an Frauen« am 25. November soll Zeichen setzen für ein freies, selbstbestimmtes und gewaltloses Leben von Frauen und Mädchen und dafür sensibili- sieren, dass Gewalt gegen Frauen kein Kavaliersdelikt und Gewalt in der Familie keine Privatangelegenheit ist, wo so mancher aus falsch verstandener Loyalität lieber wegschaut.

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Franziska Giffey  am Aktionsstand                                                                                                                                  Foto:mr

Gemeinsam mit der Berliner Polizei, der Opferschutzorganisation »Weißer Ring« und Neuköllner Antigewaltprojekten beteiligte sich auch das Neuköllner Bezirksamt mit einer Aktion in den Gropius- passagen. Kein Kavaliersdelikt weiterlesen

Alle Jahre wieder

Gemeinschaftliches Basteln im Schillerkiez

Grüner Duft erfüllte den Raum der Kunstschule in der Weisestraße 58. Zweige, Äste und Zapfen lagen in Mengen auf Tischen und dem Fußboden. »Kannst Du mir bitte den Draht und den kleinen Sanddornzweig geben?«, fragte Bettina. Claudia hangelte zwischen Lebkuchen und Glühwein nach den gewünschten Teilen und reichte sie quer durch das Gewimmel.

Basteln
Glücklich mit Zweigen.                                                                                                                                                              Foto:bs

Schon Tage vorher hatte Claudia neuköllnweit weggeworfene Natur und herumliegende Baumabschnitte eingesammelt. Sie hatte zum Freitag vor dem ersten Advent eingeladen, um Adventskränze und Gestecke zu basteln. Alle Jahre wieder weiterlesen

Die Tage im Container sind gezählt

Es geht vorwärts beim Neubau der Clay-Schule

Seit 25 Jahren harrt die Clay-Schule in Bu­ckow bereits in einem »temporären Ersatzbau« am Bildhauerweg aus. Dorthin hatte sie 1989 umziehen müssen, weil das alte Gebäude in der Lipschitzallee wegen Asbestbelastung und baulicher Mängel aufgegeben werden musste.
Jetzt deuten alle Zeichen darauf hin, »dass es mit großer Sicherheit was wird« mit dem Neubau am Neudecker Weg. »Wir haben das Grundstück, und die Finanzierung ist gesichert.« Das sagte Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey am 29. September bei der Eröffnung der Ausstellung, die alle 20 eingereichten Entwürfe und Modelle des Architekturwettbewerbs zum Neubau der Clay-Schule zeigte.

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So wird es mal aussehen. Jan-Christopher Rämer mit dem Modell  der Schule.                       Foto:mr

»Ich bin inzwischen der fünfte oder sechste Stadtrat, der sich mit dem Thema beschäftigen darf. Aber noch nie war jemand so weit«, freute sich auch Schulstadtrat Jan-Christopher Rämer. »Ich wäre wirklich dankbar, wenn nicht noch was gefunden wird«, meinte er im Hinblick auf die archäologischen Grabungen auf dem künftigen Schulgelände, die in der Vergangenheit zu deutlichen Verzögerungen geführt hatten. Die Tage im Container sind gezählt weiterlesen

Die »Bürgerstiftung Neukölln« feiert Geburtstag

Zehn Jahre erfolgreiche Arbeit für den Bezirk

Wie gelingt es, das friedliche und kreative Zusammenleben in einer Stadt zu gestalten, in der Menschen aus mehr als 160 Nationen zusammenleben?

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Stiftungsarbeit mit Weitblick.                                                                                                                                             Foto: mr

Mit dieser Frage beschäftigt sich die »Bürgerstiftung Neukölln« seit zehn Jahren und hat dabei ihre eigenen Lösungsansätze entwickelt.
Rund 120 Integrationsprojekte hat die Stiftung während dieser Zeit mit dem so genannten »N+Förderfonds« unterstützt. Davon profi-tierten beispielsweise das Kunstfestival »48 Stunden Neukölln« oder das Strohballenfest »Popráci«, aber auch kleinere Aktionen mit geringem Finanzierungsbedarf wie ein Hasenfest, das Mütter in der Hasenheide für Kinder organisierten. Die Stiftung übernimmt auch die Sachkosten für Initiativen, die sich in der Flüchtlingshilfe enga- gieren. »Wir wollen Projekten helfen, die kein Geld aus anderen Fördertöpfen erhalten«, sagt Bertil Wever, der seit 2006 als Stifter und Schatzmeister dabei ist. Damit ein Projekt unterstützt werden kann, muss es einen Neuköllnbezug haben und sollte darüber hinaus nachhaltig sein. Die »Bürgerstiftung Neukölln« feiert Geburtstag weiterlesen

Neuköllner Friedhöfe im Wandel der Zeit

Der St. Thomas Friedhof I – westlich der Herrmannstraße

Dieser ältere Teil des Kirchhofs wurde 1865 auf der mehr als sechs Hektar großen Fläche zwischen Herrmannstraße und Tempelhofer Feld angelegt. Gestaltet wurde eine Hauptallee mit Platanen, mindes­tens einem Rondell und Pyramidenpappeln als Randbepflanzung. Die Kapelle wurde auf dem gegenüberliegenden zweiten Teil des Kirch- hofs gebaut.

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Denkmalgeschützte Einflugschneise.                                                                                                                           Foto: mr

Nun wird seit vielen Jahren mit freundlich zähneknirschender Dul- dung des Besitzers, des evangelischen Friedhofsverbands Berlin-Stadtmitte, die Fläche des entwidmeten St. Thomas Friedhofs I in der Herrmannstraße 79/83 überwiegend als Hundeauslaufgebiet genutzt. Ausgetobte, entspannte Hunde und zufriedene Zweibeiner sind das Ergebnis. Die Initiative »Schillernde Hunde« setzt sich dafür ein, dass dies auch so bleibt, und sammelt fleißig unterstützende Unterschriften. Neuköllner Friedhöfe im Wandel der Zeit weiterlesen

Kreativwirtschaft in Neukölln

Der Kiez steht vor Veränderungen

Unter dem Motto »Bunt, kleinteilig und international – Kreativwirtschaft in Neukölln« luden die beiden Abgeordneten der Grünen, Anja Kofbinger und Susanna Kahlefeld, zum Kiezgespräch ins Café »DOTS« in der Weserstaße 191 ein.

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Auf der Suche nach neuen Strukturen.                                                                                                                           Foto: rb

»Was tun Bezirk und Senat für die Kreativen in Neukölln, und wie kann die Kreativwirtschaft im Bezirk konkret gefördert und unter-stützt werden?« Darüber diskutierten die beiden Parlamentarierin- nen mit Clemens Mücke von der Wirtschaftsförderung Neukölln, Tobias Losekandt vom »Kreativnetz Neukölln«, der Neuköllner Mode- designerin Mareike Ulmann, Notker Schweik­hardt, Sprecher für Kultur- und Kreativ­wirtschaft im Berliner Ab­geordnetenhaus, und den rund 30 Gästen. Kreativwirtschaft in Neukölln weiterlesen

Nachwuchs gesucht

Der Bürgerverein Britz feiert Jubiläum

Seit 125 Jahren setzt sich der »Bürgerverein Berlin – Britz e.V.« dafür ein, den Bürgersinn zu pflegen und den kommunalen Interessen des Ortsteils Britz bei den Verwaltungsbehörden Geltung zu verschaffen.
Am 1. November feierte der Verein seinen Geburtstag. In seinem Grußwort würdigte der Vorsitzende Jürgen Rose die erfolgreiche Arbeit dieser Jahre.
Gegründet wurde der Verein am 1. November 1890 von 22 Herren. Damen wurden erst 1949 aufgenommen.

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Langer Blick zurück.                                                                                                                                                                   Foto: mr

Britz war zu dieser Zeit eine der ärmsten Gemeinden am Rande Berlins. Diese Zustände zu verbessern war die erklärte Absicht des Vereins. Es ging dabei um die Pflasterung und Beleuchtung der Straßen, den Bau einer Schule oder die Einrichtung einer Volks-bibliothek. Bis heute vertritt der Verein selbstbewusst seine Anliegen in Bezug auf Stadtplanung, Natur- und Umweltschutz auch gegen- über dem Bezirks­amt, was nicht immer ohne gewisse Reibungen vonstatten geht, wie Gesundheitsstadtrat Falko Liecke in seiner Ansprache andeutete. Nachwuchs gesucht weiterlesen

Auf Entdeckungstour

Franziska Giffey erkundet die Sehenswürdigkeiten in Buckow

Sonntag Nachmittag, blauer Himmel, die alten Bäume leuchten in herbstlichen Farben. »So muss es sein, wenn man Schätze entdecken will«, freute sich Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey. Gemeinsam mit einem Trupp von rund 20 Leuten war sie am 18. Oktober zu ihrer zweiten Erkundungstour durch Neuköllner Kieze in Buckow unterwegs, um die Schätze und Sehenswürdigkeiten des Bezirks auf einem Spaziergang näher kennen zu lernen. Begleitet wurde sie vom Buckow-Heimatforscher Bodo Manegold, der von 1995 bis 2001 ihr Vorgänger im Amt des Bezirksbürgermeisters war. Organisiert wurde das ganze von der »Volkshochschule Neukölln«.

Buckow
Der Altbürgermeister geht voran. Bürgermeisterin Giffey folgt Prof. Manegold.                       Foto: mr

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Brand erschüttert Jugendliche

Feuer zerstört Fahrradwerkstatt auf dem Tempelhofer Feld

Die Jugendlichen sind immer noch fassungslos, während sie versuchen, die Trümmer ihrer Werkstatt zu beseitigen. Am Abend des 30. September ist der kleine bunte Wohnwagen, der seit 2012 die Fahrradwerkstatt auf dem Tempelhofer Feld beherbergte, komplett ausgebrannt. Nur ein verkohltes Gerippe ist übriggeblieben. Völlig zerstört wurden auch die Werkzeuge für die Fahrradreparaturen, die im Wohnwagen lagerten.

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Abgebrannt und aufgebaut.                                                                                                                                                  Foto: mr

Die Ursache für das Feuer ist bisher noch unbekannt, die Kriminalpolizei ermittelt. Einen gezielten Anschlag schließt Mahiye Yilmaz aber aus, sie vermutet eher Fahrlässigkeit und Dummheit.
Yilmaz ist Geschäftsführerin des Vereins „die Taschengeldfirma e.V.“, einem Jugendselbsthilfe-Verein aus dem Nordneuköllner Kiez, der die Werkstatt betreibt. Und sie will, dass es weitergeht. »Es ist passiert«, sagt sie. »Das Wichtigste ist jetzt, dass die Leute nicht demotiviert sind.« Brand erschüttert Jugendliche weiterlesen

Falko Schumann

Mit Herzblut für die Feinkost

feinschlichtIrgendwann, es war im Jahr 2012, hatte der Koch Falko Schumann genug von der Spitzen­gastronomie. Der Hektik und schweren Ar- beit war der Siegener über- drüssig. Die Entscheidung, ein Feinkostgeschäft im aufstrebenden Neukölln zu eröffnen, war bei seinen Fähigkeiten folgerichtig.
Seine wunderbaren Auf- striche, süß, salzig, medi- terran und immer kreativ, liebten die Gourmets, nicht nur die aus Neukölln. In der Fein- schmeckerszene Berlins war Schumann allemal angekommen.
Die Hoffnung allerdings, dass das Leben sich nun in einem ruhigeren Fahrwasser bewege, sollte sich nicht erfüllen. Es ging ihm wie allen Startern. Mit viel Mut und Elan, auch noch etwas Kapital, ging es in die Selbstständigkeit. Dann wurde das Geld knapp, und die Lebens- partnerin erkrankte schwer, starb kurze Zeit später.
Schumann musste sein Geschäft mit einem Catering finanzieren. Das war hart, aber nur so konnte er seiner Leidenschaft weiter nach- kommen. Seit diesem Jahr nun war wieder Licht in sein Leben gekommen, als er eine neue Partnerin fand.
Völlig unerwartet und plötzlich starb Falko Schumann im Alter von 52 Jahren auf dem Weg zu seinem Geschäft.

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Fahrradfreundliches Neukölln

Neugegründete Initiative fordert mehr Platz für Radverkehr

»Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln«, so nennt sich die neu gegründete Initiative von Neuköllnern, die sich für Verbesserungen zugunsten des Radfahrens einsetzen wollen. Ihr Vorhaben: Mit Neuköllner Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen den Radverkehr und dessen Probleme sichtbar zu machen. Einig sind sich die Netzwerker in ihrer Kritik an der Bezirkspolitik: Neukölln verschläft bisher, dass immer mehr Menschen aufs Fahrrad als Hauptverkehrsmittel setzen und der Radverkehr deshalb mehr Platz benötigt.

Fahrrad
Der Fahrradverkehr nimmt zu.                                                                                                                                             Foto: rb

Der Radverkehr gewinnt in Berlin seit Jahren an Bedeutung. Das machen nicht zuletzt die Zahlen deutlich, die der Berliner Senat selbst herausgibt. So stieg der Anteil des Radverkehrs schon zwischen 2008 und 2013 um zwei Prozentpunkte von elf auf 13 Prozent. Seit 2013 hat der Radverkehr offensichtlich noch weiter zugenommen, gerade auch im Herbst und Winter, außerhalb der klassischen Rad-Saison. Fahrradfreundliches Neukölln weiterlesen

Gesprengte Geschichte

Die Britzer Sendetürme sind nicht mehr

Sendeturm Britz
Sendemast .                               Foto: rm

Der »Rundfunk im Amerikanischen Sektor«, kurz RIAS Berlin, besaß in Berlin Britz und Hof hohe, leistungsstarke Sendetürme. Die Amerikanische Militäradministration gründete den Sender 1946 als Gegenpol zum damals sowjetisch kontrollierten Berliner Rundfunk. Da sich RIAS Berlin als unabhängige Informationsquelle im geteilten Deutschland verstand, wurde stetig seine Sendeleistung verstärkt, damit er nicht nur in Gesamtberlin, sondern auch in der DDR gehört werden konnte. In Britz gab es kein Telefon-gespräch ohne den RIAS im Hintergrund.
Seine Hörfunkprogramme haben nicht nur mein damaliges Rundfunkleben begleitet. Onkel Tobias, die Insulaner, Hans Rosenthal, Lord Knud, Friedrich Luft und viele mehr, prägten ganze Westberliner Nachkriegsgenerationen. Seitens der DDR wurden sämtliche Sendungen als vorsätzliche Einmischung und böswillige Propaganda attackiert. Karl-Eduard von Schnitzler, Chefideologe der DDR und Moderator des »Schwarzen Kanals«, wetterte regelmäßig gegen den RIAS, auch mit Kalauern wie: »Lügen haben kurze Beine, der RIAS hat besonders kleine« oder »Der RIAS lügt, die Wahrheit siegt«. Gesprengte Geschichte weiterlesen

»Allein unter Menschen«

Fuchs Interview
Hermann der Fuchs im Gespräch mit Kiez und Kneipe .

Fuchs Hermann im Interview mit Kiez und Kneipe Neukölln

Kiez und Kneipe: Lieber Fuchs, ich freue mich, dass Sie da sind. Stellen Sie sich doch bitte mal den Lesern vor.
H: Mein Name ist Hermann, meine Freunde nennen mich »H«, ich bin Fuchs und lebe seit 24 Jahren in Neukölln. Eigentlich komme ich ausm Tiergarten.
KuK: Was hat Sie dazu bewegt, nach Neukölln zu ziehen?
H: Die Loveparade ging mir total auf den Senkel. Ich hab in der Nähe der Goldelse gewohnt, es war nicht zu ertragen. Ich konnte weder schlafen noch im Park abhängen. Also bin ich in die Hasenheide abgehauen.

»Allein unter Menschen« weiterlesen

Immer wieder sonntags

Spätis unter Druck

Ein schwüler Tag im August, die Gehsteige Neuköllns wirken verdächtig leer. Keine Späti-Stammgäste auf weißen Plastikstühlen mit kühlem Bier und Kippe in der Hand, keine Kids mit Gummibärchentüten. Seit einiger Zeit wird das Ladenschlussgesetz, das Spätis das Öffnen am Sonntag verbietet, verstärkt kontrolliert. Dieses Gesetz ist zwar nicht neu und seit Jahren landesweit gültig, doch erst seit dem Rechtsstreit eines Pankower Spätibesitzers, der 2012 am 1. Mai öffnen wollte, macht das Ordnungsamt die Augen auf und verteilt saftige Geldbußen. Besonders eifrig ist dabei ein Polizist im Reuterkiez.

Späti
Was wäre der Sonntag ohne Späti?                                                                                                                                   Foto: fg

Allerdings hat das Ordnungsamt hier auch wenig Spielraum. Behörden können »nicht zwischen guten und schlechten Gesetzen und auch nicht darin unterscheiden, ob eine gesetzliche Bestimmung der gelebten Wirklichkeit entspricht oder nicht«, sagt Bezirksbürger-meisterin Franziska Giffey dazu. Immer wieder sonntags weiterlesen

Riesenrad statt Rosinenbomber

Deutsch-Amerikanisches Volksfest sucht eine neue Heimat

Volksfest Tempelhofer Feld
Tempelhofer Feld mit Rummel.                                                                                                                    Fotomontage: cal

Schon einmal musste das Deutsch-Amerikanische Volksfest, das seit 1961 auf der Truman Plaza in Zehlendorf stattfand, einem Bauvorhaben weichen. Am Ausweichstandort an der Heidestraße in der Nähe des Hauptbahnhofes ist nun ebenfalls wegen eines Bauprojektes endgültig Schluss.
Jetzt macht Veranstalter Thilo-Harry Wollenschläger Druck: Er will aufs Tempelhofer Feld. In einer Online-Petition fordert er das »Land Berlin und die Behörden der Stadt auf, unverzüglich dafür zu sorgen, dass 2016 und in den nachfolgenden Jahren das Deutsch-Amerikanische Volksfest auf dem Freigelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof stattfinden kann.« Riesenrad statt Rosinenbomber weiterlesen

Neukölln macht Schrottimmobilien zur Chefsache

Überbelegung und Hygienemängel werden zum Problem

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Franziska Giffey.                                  Foto: fh

Seit etwa fünf Jahren beschäftigen so genannte Problemimmobilien, die vornehmlich von Zuwanderern aus Südosteuropa bewohnt werden, die Berliner Bezirke – mit steigender Tendenz. Waren es in Neukölln 2014 rund 30 Problemimmobilien, sind mittlerweile 50 solcher Adressen im Bezirk bekannt. Dazu kommen zwölf öffentliche Neuköllner Grünanlagen, die zeitweilig von Gruppen von bis zu 50 Menschen als Nachtlager genutzt werden.
Sieben komplette Wohnhäuser müssen als akute Problemimmo-bilien durch das Jugendamt, die bezirklichen Ordnungsbehörden und die Polizei intensiv betreut werden. Weiter gibt es über 40 Adressen, bei denen einzelne Wohnungen oder Gebäudeteile betroffen sind. Hauptprobleme in diesen Häusern sind bauliche Mängel, Überbe-legung und undurchsichtige Mietverhältnisse, Lärm- und Müllbeläs-tigung der Nachbarschaft sowie teils massive Hygienemängel wie Schimmel oder unzureichende sanitäre Anlagen in den Wohnungen.
Aus diesem Grund hat Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey jetzt einen Koordinator für Problemimmobilien in ihren Stab berufen und das Thema zur Chefsache erklärt. Neukölln macht Schrottimmobilien zur Chefsache weiterlesen

Mein Bus ist meine Burg

Drohendes Ende für die Lilienthalstraße als Platz für mobiles Wohnen – nach 30 jähriger Duldung

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Streit um Parkverbot.                                                                          Foto: fh

Seit drei Jahren lebt Jakob in seinem alten Daimler-Bus in der Lilienthalstraße am Rand der Hasenheide, nicht weit vom Tempelhofer Feld. Er studiert Restau-rierung von techni- schem Kulturgut und hat nicht zuletzt dadurch genug Know-how, um sein Wohnmobil so auszustatten, dass er dort bequem leben kann. Ein mit Holz befeuerter Herd, auch Küchenhexe genannt, dient zum Kochen und Heizen. Solarzellen auf dem Dach sorgen für ausreichend Strom. Jakob hat sich einen Jugendtraum erfüllt und kann sich kaum noch vorstellen, einmal anders zu wohnen. Alle Bewohner der Fahrzeuge, von denen eine Handvoll am Seitenstreifen parkt, studieren oder gehen arbeiten. Die Autos haben alle TÜV und sind jederzeit fahrtauglich, das ist den Leuten auch wichtig. Mein Bus ist meine Burg weiterlesen

Immobilienhaie weiterhin auf dem Vormarsch

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Kunst und Kindertheater müssen Eigentumswohnungen weichen.                                                        Foto: fh

Dieses Mal trifft es den Körnerkiez

Der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in der Thomasstraße 27 fallen auch zwei Institutionen zum Opfer, die das kulturelle Leben im Körnerkiez mitgeprägt haben.
Der »Kunstraum t27« hat in den letzten zehn Jahren in einem nicht kommerziellen Rahmen Kunst in verschiedenen Formen und Ausprägungen präsentiert. Fast genauso lange bietet das »Boom! Raum für Theater, Musik, Performance« Theaterkurse mit Schul- und Kitakindern aus dem Körnerkiez an. Beiden Mietern wurde nun von den Hauseigentümern gekündigt. Ende Oktober müssen sie aus ihren angestammten Räumen ausziehen.
Aufgrund der stark gestiegenen Gewerbemieten fällt es sowohl dem Betreiber des »Kunstraum t27«, dem »Kunstverein Neukölln e.V.«, als auch Elvira Möller, der Leiterin des »Boom!«, extrem schwer, in Neukölln neue Räumlichkeiten für ihre Projekte zu finden. Dieses Beispiel zeigt, dass in steigendem Maße nicht nur private Mietwohnungen, sondern auch alteingesessene Neuköllner Kunst- und Kulturschaffende und kleine Gewerbebetriebe von der zunehmenden Verdrängung in ihren Kiezen betroffen sind. Immobilienhaie weiterhin auf dem Vormarsch weiterlesen

Wohin, wenn der Weg weg ist

Schutzräume für demente Menschen

Ein älterer Mensch, der hilf- und orientierungslos auf der Straße unterwegs ist, landet meist bei der Polizei. Doch wenn die Identität des vielleicht Demenzkranken unklar bleibt, ist auch die Polizei hilflos und mit der Unterbringung völlig überfordert. Gerade jetzt im Sommer, wo es häufig zu Dehydrierungen kommt.
In den meisten Berliner Bezirken gibt es schon länger für genau diese Fälle ein Netzwerk aus Polizei und Einrichtungen, die dann bis zur Feststellung der Identität für die adäquate Unterbringung und Verpflegung der hilflosen Personen sorgen. Seit Mai hat endlich auch Neukölln eine derartige Kooperationsvereinbarung zwischen drei Neuköllner Einrichtungen und dem Bezirksamt Neukölln, die auf Initiative des »Geriatrisch- Gerontopsychiatrischen Verbunds Neukölln« (GGVN) zustande kam. Beteiligt sind das Wohin, wenn der Weg weg ist weiterlesen

20 Jahre Städtepartnerschaft mit Prag

Böhmisches Dorf
Böhmische Kinder und drei Bürgermeisterinnen   v.l. Franziska Giffey, Dilek Kolat, Adriana Krnácová                                                                                                                                                                     Foto:fh

Böhmischer Pomp und Prunk auf frisch gepflasterter Richardstraße

20 Jahre Partnerschaft zwischen Berlin und Prag stellte die Senatsverwaltung vor ein Problem: Wo ist der geeignete Ort, dieses Jubiläum gebührend zu begehen? Clevere Mitarbeiter der Verwaltung wurden fündig. Die frisch sanierte und einzuweihende Richardstraße wurde als Ort des Geschehens ausgewählt.
Am 10. Juni trafen drei Bürgermeisterinnen, Franziska Giffey aus Neukölln, Adriana Krnácová aus Prag und die stellvertretende Berliner Bürgermeisterin Dilek Kolat im Richardkiez ein, um mit Kindern in böhmischer Tracht und vielen Besuchern das Jubiläum mit Pomp und Prunk feierlich zu begehen. In ihrer Rede verwies Giffey auf die lange und fruchtbare Einwanderertradition Neuköllns. »Rixdorf zeigt, wie positiv Einwanderung auf die Stadt, auf die Gesellschaft wirken kann.« Dann wurde von den Kindern das rot-weiße Baustellenband durchtrennt. 20 Jahre Städtepartnerschaft mit Prag weiterlesen

Lachen, Lernen, Leben in Britz

Alles unter einem Dach im »Jugendclub Feuerwache«

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Entspannte Mahlzeit im Jugendclub.                                                                                                                              Foto: pr

Wie ein Ort der unbegrenzten Möglichkeiten wirkt das Haus des »Jugendclub Feuerwache« in Britz: ein Tonstudio, ein Internetcafe, kostenloser Tanzunterricht, Billard, eine Schrauberwerkstatt, eine große gemütliche Küche und in jedem Raum Kinder und Jugendliche, die dabei sind zu werkeln, zu basteln und das Haus mit buntem Leben zu füllen. Hier scheinen sich alle wohl zu fühlen, Erzieher wie Kinder. Es wird sich unterhalten, wobei es um Zukunftspläne und Alltagsgeschichten geht. Der Umgangston ist fröhlich und ungezwungen. Lachen, Lernen, Leben in Britz weiterlesen

Sprachlosigkeit ist die Krankheit unserer Zeit

Diskussion zu »Islam – zwischen Jugendkultur, Religion und Politik« in der Genezarethkirche

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Ausser Thesen wenig gewesen.                                                                                                                                        Foto: mr

Junge Menschen mit Migrationshintergrund müssen ständig den Spagat üben zwischen den Traditionen ihrer Eltern und den Werten und Anforderungen der deutschen Gesellschaft. Sich mit den Widersprüchen, denen sie dabei ausgesetzt sind, ohne Aggressionen auseinanderzusetzen, überfordert so manchen. Und diese suchen sich dann die vermeintlich einfachen Lösungen bei radikalen Organisationen.
Wie dem entgegenzuwirken sei, damit beschäftigte sich eine Gesprächsrunde mit dem Thema »Islam – zwischen Jugendkultur, Religion und Politik«, zu der Erol Özkaraca, SPD-Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, am 20. Juni in die Genezarethkirche am Herrfurthplatz geladen hatte. Offenbar ist das ein Thema, das vielen auf den Nägeln brennt, denn die Kirche war an diesem Abend bis auf den letzten Platz besetzt. Sprachlosigkeit ist die Krankheit unserer Zeit weiterlesen

Matsch ist kein Quatsch

Buddelspaß in der Kita Wutzkyallee 90

Ein Bagger schaufelt vorsichtig Erde in Schubkarren. Einige Männer sind mit Schaufeln dabei, den Boden in der ausgehobenen Grube zu glätten. In der Kita in der Wutzkyallee 90 ist Arbeitseinsatz der Eltern, in diesem Fall vorwiegend der Väter.

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Eltern baggern für ihre Kids.                                                                                                                                                Foto: mr

Eine Matschecke soll hier entstehen. Dafür wird der Boden ausgehoben, anschließend mit einer Plane abgedeckt und mit weißem Buddelsand wieder aufgefüllt. Ein kleiner Wasserzulauf aus Holz wird zukünftig dafür sorgen, dass aus dem Sand schöner Matsch wird. »Den Kindern macht das Spaß«, sagt die stellvertretende Leiterin Andrea Pakendorf. Matsch ist kein Quatsch weiterlesen

Superheroes of Neukölln

Harter Sport bei »48 Stunden«

»48 Stunden Neukölln«, manch einer traute seinen Augen nicht. Aber diesmal war auch Sport ein Teil des Programms des seit vielen Jahren bestehenden und beliebten Kunstfestivals.
Im ersten Stock der »Neukölln Arcaden« ging es es kurz nach der Eröffnung der »48 Stunden« heiß zur Sache. Die Ausstellungsmacher und Künstler hatten sich Mühe gegeben, doch der Aufmarsch der »Helden für Neukölln« stellte sie in den Schatten. Der Einzug der maskierten Ringer der »German Wrestling Federation« faszinierte das Publikum.

Heroes
In der »Arkadenarena« flogen nicht nur Fäuste                                                                                                    .Foto: mr

Entworfen wurden die großartigen Masken von Jugendlichen aus unterschiedlichen Neuköllner Jugendklubs. Die Designerin Lucy Libre hat diesen Kultsport in Mexiko für sich entdeckt. Dort sah sie eine ganz eigene Art des Wrestlings, das »Lucha Libre«, bei dem Ringer mit den Masken von Helden wie Superman oder Batman auftreten. Gut kämpft gegen Böse, der faire Held gegen den regelbrechenden Rowdy. Frenetisch feuert das Publikum seine Favoriten an. Superheroes of Neukölln weiterlesen

Kündigung wegen Panne im Jobcenter

Schwerkranker Künstler von Räumung bedroht

Artus
Artus wird kämpfen.                                                                            Foto: mr

Seit neun Jahren lebt der Musiker und Videokünstler Holger Grusdat, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Artus Unival in einer Ladenwohnung in der Neuköllner Schudomastraße. Wegen eines schweren Herzleidens kann er nicht mehr arbeiten und ist daher auf Hartz IV angewiesen. Jetzt hat ihm sein Vermieter fristlos gekündigt, weil das Jobcenter wegen einer Panne in der Zentrale die Miete zu spät überwiesen hat.
Dass er diesen Fehler nicht zu verantworten hat, hat ihm das Jobcenter schriftlich bestätigt. Den Vermieter beeindruckte das aber nicht, der hat inzwischen eine Anwaltskanzlei eingeschaltet und droht mit Räumung. Kündigung wegen Panne im Jobcenter weiterlesen

Profitable Verdrängung

Wohnungsnot als Ergebnis einer gewinnorientierten Wohnungsmarktpolitik

Die wissenschaftliche Studie eines Soziologenteams der Humboldt Universität (HU) zu Zwangsräumungen stellt die strukturelle Mitwirkung von Behörden und landeseigenen Wohnungsunter- nehmen an der Gentrifizierung dar.

Zwangsräumung
Demo gegen Zwangsräumung vor »Berlinovo Immobilien AG«.                                                                 Foto: pr

Durch die bestehende Gesetzgebung werden nicht die Menschen, die von Verdrängung bedroht sind, sondern die Eigentümer geschützt. In angespannten Wohnungsmarktsituationen werden den Eigentümern Möglichkeiten geschaffen, Menschen wegen Kleinigkeiten wie verspäteter Miete zu kündigen, um den Profit zu steigern. In weniger angespannten Wohnungsmarktsituationen haben die Eigentümer quasi eine Ausfallversicherung über die Mietschuldenübernahme.
In Neukölln wird die Mietschuldenübernahme im berlinweiten Vergleich überdurchschnittlich oft abgelehnt. In 85 Prozent der Fälle wird eine Mietkostenübernahme verweigert (in ganz Berlin sind es 47 Prozent), und so steigt die Wahrscheinlichkeit einer Kündigung und damit einer Zwangsräumung deutlich. Profitable Verdrängung weiterlesen

Riesenschlange auf dem Tempelhofer Feld

Mit Fahrrädern ins Guinness-Buch der Rekorde

Anfangs ging es ein wenig schleppend voran, aber dann hat es doch noch geklappt mit dem Weltrekord. 1448 Fahrräder schlängelten sich – Vorderrad an Hinterrad – über das Tempelhofer Feld und bildeten damit die längste Fahrradkette der Welt. Der Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde war damit gesichert.

Fahrradfest
Der Rekord ist geschafft.                                                                                                                                                        Foto: mr

Schiedsrichter Joey Kelly, der als Ausdauersportler selbst viermal im Guinness-Buch vertreten ist, war begeistert. »Es war großartig. Ich war mir sicher, dass die Berliner einen neuen Rekord schaffen würden.«
Der Weltrekord und das Fest am 9. Mai auf dem Tempelhofer Feld, das von der »Zweirad Einkaufsgenossenschaft« (ZEG) initiiert wurde, war der Auftakt zur deutschlandweiten Aktion »Ich fahr mit Herz«, die bei Radlern, aber auch bei motorisierten Verkehrsteilnehmern und Fußgängern für mehr Miteinander und Rücksicht im Straßenverkehr wirbt. Riesenschlange auf dem Tempelhofer Feld weiterlesen

Märkte im Wandel

Frischer Wind weht durch Neukölln

Die Neuköllner Märkte, hierbei seien der Hermannplatz, Parchimer Allee und der Karl-Marx-Platz besonders hervorgehoben, führten ein problematisches Dasein. Der Hermannplatz besticht durch seine Tristesse und den hohen Lärmpegel, die Parchimer Allee durch Öffnungszeiten, die nur für Rentner und Erwerbslose wahrzunehmen sind, und der Karl-Marx-Platz durch den Mangel an Händlern.

KarlMarxPlatz
KArl-Marx-Platz.                                                                                                                                                                           Foto: fh

Das hat nun ein Ende. Seit Januar 2015 ist Nikolaus Fink der Marktbetreiber eben dieser Märkte. Der Landschaftsplaner, der sich als Marktplaner die Veränderung der Märkte auf die Fahnen geschrieben hat, beginnt im Juni mit der Umsetzung. Märkte im Wandel weiterlesen

Mieter organisieren sich gegen Immobilienhaie

Mit Fantasie und Engagement sollen Veränderungen erreicht werden

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Logo der »Emserianer«.                                                                       Foto: pr

Neue Kiezinitiative gegen Gentrifizierung in Neukölln gegründet. Bewohner und Bewohnerinnen der Emser Straße haben sich am Anfang des Jahres zusammengeschlossen. Sie nennen sich »Emserianer« und organisieren sich selbst gegen die Politik, die dafür sorgt, dass Mietsteigerungen und die damit einhergehende Verdrängung stattfindet. Sie haben eine Ladenzeitung gestaltet, welche die Menschen in der Umgebung über aktuelle Entwicklungen informiert. Um neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu finden, haben sie Abreißzettel in den Straßen verteilt, die den Kontakt per E-Mail bewerben sollen. Für die Menschen mit Smartphone gibt es auch einen ID-Code. Mieter organisieren sich gegen Immobilienhaie weiterlesen

Wegweisende Beschilderung

Ein Stadtviertel erinnert an engagierte Frauen

Franziska Giffey freute sich sichtlich, dass eine ihrer ersten Amts- handlungen als Neuköllner Bürgermeisterin die Eröffnung einer Ausstellung war, in der es um engagierte Frauen aus Politik, Wissen- schaft und Kultur geht, die durch ihre Arbeit das politische Bild der heutigen Zeit mitgeprägt haben.

Frauenviertel
Frauenviertel Straßennamen benannt nach aktiven Frauen.                                                                     Foto: mr

»Wegweisend – Das Frauenviertel Rudow« heißt die Ausstellung, in der der Heimatverein Rudow noch bis zum 17 Mai über das Leben der Frauen informiert, deren Namen die Straßen des Rudower Frauen- viertels tragen. Wegweisend sind auch die Frauen, die sich – manch- mal unter Gefährdung des eigenen Lebens – für Frauenrechte und die Grundsätze eines demokratischen Gemeinwesens eingesetzt haben. Wegweisende Beschilderung weiterlesen

Anarchie als Konzept für ein friedliches Zusammenleben

»Anarchie ist machbar, Frau Nachbar!« Dieser Slogan aus den 70er Jahren ist heute so aktuell wie damals.gelebte anarchie 5
In den folgenden Ausgaben wird es jeweils einen Artikel zu verschiedenen Aspekten anarchistischer Geschichte in Neukölln geben. Um eine Diskussionsgrundlage zu schaffen, soll hier versucht werden, den Begriff Anarchie grob zu erläutern und in einen politischen, gesamtgesellschaftlichen Kontext zu stellen.
Anarchie bedeutet die Abwesenheit von Hierarchien und Herrschaft.
Anarchismus als gesellschaftliche Organisationsform bedeutet Ordnung ohne Unterordnung im Sinne individueller Freiheit in Verbindung mit Solidarität, auf der Grundlage der freien Vereinbarung. Anarchie als Konzept für ein friedliches Zusammenleben weiterlesen

Berliner Quartiersräte beraten sich

Anerkennung für ehrenamtliches Engagement im Kiez

Der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Andreas Geisel, hat gemeinsam mit dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, die gewählten Mitglieder der Quartiersräte und der Aktionsfondsjuries der Stadt Berlin in das Abgeordnetenhaus von Berlin eingeladen.

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Quartiersrätekongress.                                                                                   Foto: Christo Libuda (Lichtschwärmer)

Senator Andreas Geisel: »Den Quartiersräten gebührt unser Dank und eine öffentliche Anerkennung für ihre ehrenamtlich geleistete Arbeit für unserer Stadt. Der Einsatz der Mitglieder der Quartiersräte und der Aktionsfondsjuries in den Berliner Stadtteilen gehört zu den besonders hervorzuhebenden Ehrenämtern in der Stadtentwicklung. Ich bin ganz sicher, dass die Programmmittel in der Höhe von 27,5 Mio. Euro für Projekte des Programms »Sozialen Stadt« auch in diesem Jahr gut genutzt werden.« Berliner Quartiersräte beraten sich weiterlesen

Gegen die Ruhestörer im Kiez

Ordnungsamt reißt Sitzbänke an Baumscheiben ab

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So darf‘s bleiben.Foto: mr

Baumscheiben vor der Haustür führen zu höchst unterschiedlichen Verhaltensweisen der Anwohner. Die einen ignorieren sie, andere nutzen sie als illegale Müllabladeplätze oder als Hundetoiletten. Wieder andere entdecken ihre Leidenschaft fürs Gärtnern und verwandeln das Stück Straßenland in ein hübsches Gärtchen.
Im Reuterkiez gab es vor einigen Jahren sogar einen Wettbewerb des Quartiersmanagements, möglichst schöne Baumscheiben zu gestalten, der sogar vom Bezirksamt unterstützt wurde. Gegen die Ruhestörer im Kiez weiterlesen

Tempelhofer Feld

Zukünftige Bebauung durchaus möglich

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Bebauungspläne in der Schublade.                                                                                                                                 Foto: mr

Per Volksentscheid lehnten die Berliner im Mai 2014 die Senatspläne zur Bebauung des Tempelhofer Feldes mit eindeutiger Mehrheit ab. Einen Monat später war das »Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes« (ThFG) rechtskräftig.
Vor der Volksabstimmung hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller geäußert, dass sich der Senat an das Ergebnis des Entscheids halten werde, jedoch nicht für zukünftige Landesregierungen sprechen könne. Tempelhofer Feld weiterlesen

Gemeinsame Werte statt Klischees

Podiumsdiskussion im Rathaus

Was heißt es, deutsch zu sein, was heißt es, »richtig« dazuzugehören? Anlässlich der Internationalen Woche gegen Rassismus hatte Sozialstadtrat Bernd Szczepanski am 18. März zur Podiumsdiskussion über Erfahrungen, Identitäten und Zuschreibungen ins Rathaus eingeladen.

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Was verbindet uns?                                                                                                                                                                     Foto: mr

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Ausverkauf in der Emser Straße

Hoffen auf zügige Umsetzung des Milieuschutzes

Die Emser Straße, einst ein Garant für preiswertes Wohnen, befindet sich im Wandel. Die Kiez und Kneipe berichtete in der Vergangenheit ausführlich über die Geschehnisse in der Emser Straße 46. Dieses Haus wurde an die Immobilienfirma »Vandenberg« verkauft. Die Wohnungen wurden in Eigentumswohnungen umgewandelt und werden nun im Internet angeboten. Der Quadratmeter kostet bis 2.850 Euro für Wohnungen, die sich auf dem Niveau der 70er-Jahre befinden. Wer nicht auf eigene Kosten umgestellt hat, heizt mit Kohlen, das Badezimmer ist ein Behelf mit freistehender Badewanne und Schimmel an den Wänden. Ausverkauf in der Emser Straße weiterlesen

Dem Rathaus aufs Dach steigen

Das »NIC« hat wieder geöffnet

NIC
Weises Rathausmotto.                                                                                                                             Foto: Wilfried Winzer

Das »Neukölln Info Center« (NIC) im Eingangsbereich des Rathauses ist seit dem 17. März wieder regelmäßig geöffnet. Betrieben wird es jetzt von einem Netzwerk, in dem sich Neuköllner Kreative zusammengeschlossen haben, in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung und dem Fachbereich Kultur des Bezirksamts Neukölln. Beim Netzwerk machen die Publizistin Tanja Dickert, sie ist federführend, der Stadtführer Reinhold Steinle, der Designer Martin Mai von der »Berlinfabrik« und der Blechschilderhersteller Heiko Büttner mit.
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Endlich mit der U-Bahn an den Stadtrand

Titelbild
Die erste Station ist schon fertig.                                                                                                                Fotomontage:cal

Verlängerung der U8 bis zu den Buckower Feldern ist in Sack und Tüten

Nun scheint alles vergebens zu sein. Zu einer Abstimmung der Bürger über die Bebauung der Buckower Felder mit Wohnhäusern wird es wohl nicht kommen. Grund: SPD und CDU haben sich nach Angaben aus Koalitionskreisen darauf verständigt, dass der Senat das Verfahren für das Bauprojekt an sich zieht – aus gesamtstädtischem Interesse. Das hat zur Folge, dass nicht mehr der Bezirk über das Vorhaben entscheidet, sondern das Abgeordnetenhaus. »Damit wird das Bürgerbegehren ausgehebelt«, kritisiert Oliver Wiedemann, Sprecher des Landesverbandes »Mehr Demokratie«, so die »Berliner Zeitung« am 3. Dezember 2014. Endlich mit der U-Bahn an den Stadtrand weiterlesen